Direkt zum Inhalt

Toni Innauers Hausnummer im FIS Museum Damüls

Ein Hauch vom bekannten Walk of Fame für das Damülser FIS-Skimuseum. Toni Innauer enthüllte „seine Hausnummer“.

Aus gutem Grund hat der Internationale Skiverband vor zwei Jahren das Skimuseum in der Kulisse Pfarrhof in Damüls als FIS-Skimuseum geadelt, denn die Sammlung von Christian Lingenhöle aus Bregenz ist eine faszinierende Dokumentation des Skilaufs und wird stetig ergänzt und mit neuen Exponaten bereichert.

Zuletzt kam beispielsweise ein ganz besonderer Rennski von Marcel Hirscher nach Damüls: Mit diesem hat der zurückgetretene Superstar „Skiing in Colour“ gefahren. Dabei löste jede Berührung der Torstangen eine farbige Wolke aus - rot, gelb, blau - die auf dem Renndress und den Skiern, die jetzt im Museum stehen, farbige Spuren hinterließ.

Nicht minder spektakulär ist ein anderes Exponat, das seit einigen Tagen den Eingang ziert: Von der „Straße der Sieger“, die Anfang der 1990er-Jahre in der Wiener Mariahilfer Straße nach dem Vorbild des Walk of Fame in Los Angeles angelegt wurde, kam Toni Innauers Ehrentafel nun nach Damüls. Bei der Enthüllung der Ehrentafel wurden nicht nur bei Toni Innauer emotionale Erinnerungen wach. Auch Günter Kaufmann und Udo Albl als „Väter“ der Karriere des BezauerSkispringers fachsimpelten über den schicksalhaften Sonntag Anfang Jänner 1971.

Damals wollte Toni mit seinem Trainer Günter Kaufmann zu einem alpinen Testrennen fahren, doch sein Freund Günter winkte ab. „Du bist heute nicht dabei“, ließ er seinen Schützling wissen, der eine folgenschwere „Trotzreaktion“ setzte: Er stieg stattdessen ins andere Büssle, mit dem die Bezauer Skispringer zu den nordischen Landesmeisterschaften fuhren...

Am Pfänder holte er sich mit den Slalomlatten souverän den Meistertitel in der Schülerklasse - und dann wollten ihm Funktionäre den Start in der Jugendklasse (auf der großen Schanze) verwehren, weil er A zu jung (noch keine 13 Jahre) war und B noch nie ein Springer mit Slalomski mit Sicherheitsbindung an einem Skispringen auf der großen Schanze teilgenommen hat. Nach längerer Diskussion, in der sich Udo Albl - selbst aktiver Teilnehmer - an der Meisterschaft - engagiert für einen Start einsetzte, durfte Tonı dann doch über den Bakken gehen - und gewann haushoch die Jugendwertung.

Ein paar Wochen später bei der „Österreichischen“ die gleiche Diskussion: Innauer musste um seinen Start kämpfen und wurde schließlich Zweiter. Grundlage für die Teilnahme war eine verwegene Wette, wie er beim Museumsrundgang erläuterte. „Mein Ski im Museum ist übrigens jene Version, die ich bei der Staatsmeisterschaft verwendet habe - gegenüber dem Pfänder mit einer anderen Bindung und mit dem Fersenkeil“, korrigierte er Christian Lingenhöles Beschreibung, wonach das Ausstellungsstück im Museum der Ski vom Springen am Pfänder sei. „Der Ski ist es zwar, aber diese Bindung und der Fersenkeil kamen erst später dazu.“

Dessen ungeachtet signierte der Olympiasieger seinen Ski und erhielt dafür symbolisch eine Ullr-Medaille. Ullr ist in der nordischen Mythologie der Gott des Winters.und ist als Talisman bei Wintersportlern weit verbreitet.

Ein Verein für das Museum
Die Enthüllung .der Ehrentafel war der Start zur Gründung des „Museumsvereins Kulisse Pfarrhof - Freunde des Vorarlberger FIS Skimuseums Damüls“, denn „wir wollen Christian Lingenhöle bei seiner Arbeit unterstützen und das Museum auf eine breitere Basis stellen“, so Bürgermeister Stefan Bischof, der in der Gründungsversammlung einstimmig zum Obmann gewählt wurde. Ein ehrenamtliches Team steht nun dem Museumsgründer zur Seite.

Autor: Peter Strauss,
VN Heimat Bregenzerwald vom 26. September 2019

Wir verwenden Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.

OK